Die meisten Fliegenfischer fischen am Mandal mit der Zweihandrute. Das ist sicherlich einfacher und konventioneller. Mit der Einhandrute kann man nicht so leicht alle lachsverdächtigen Stellen abfischen und anstrengender ist es außerdem. Aber wenn ein Lachs eine kleine Melodie auf der Rolle spielt und an der Einhand zum Tanz bittet...Versuch es mal!
Ich bleibe bei der Einhandrute und stelle hier mal meine Ausrüstung vor.
Ich fische eine Orvis T3 Rute ( Length 9`- wt.5oz. - 8 wt. Line - Tip Flex )
Das Gray`s Sporting Journal, Vol.27, Ausgabe 7 schreibt über diese Rute:
"Es ist schwer zu realisieren, wie gut diese Ruten sind, bevor man sie nicht gefischt hat.
Noch schwerer ist es jedoch, sich danach mit einer anderen Rute zufriedenzugeben."
Das trifft es auf den Punkt. Diese Rute ist der Hammer, sie ist superschnell und trotzdem sensibel, sie hat Power ohne Ende ( reicht für einen Mörrumlachs ) und sie ist absolut salzwasserfest ( perfekt für das Meerforellenfischen).
Genug Werbung für ORVIS, machen wir mal ein bischen Werbung für LOOP.
Kommen wir zur Rolle, es war Liebe auf den ersten Blick. Ich nahm diese Rolle kurz bei meinem Händler
in die Hand, nur mal schauen, dachte ich, und
ohne den Preis zu wissen sagte ich:"Die nehm` ich mit!"
Ich schluckte zweimal und bezahlte.
Die Rolle sollte beim Einhandfischen zwei Eigenschaften haben:
1. Sie sollte eine gut einstellbare und solide Bremse besitzen.
2. Sie sollte genug Backing unter der Fliegenschnur aufnehmen.
Die Loop Evotec erfüllt noch mehr gute Eigenschaften. Sie ist absolut salzwasserfest und funktioniert auch unter Wasser. Jetzt fragst Du Dich, wieso unter Wasser?! Ich besaß mal eine Rolle, wenn ich die ins Wasser tauchte ( passiert mal, wenn man tief im Wasser steht ), funktionierte die Bremse kurz nicht mehr und die Spule lief durch. Wenn im Drill ein Fisch (Lachs) schnell Schnur von der Rolle nimmt und die Spule dreht eine Sekunde ohne Widerstand der Bremse durch, hast Du ein wunderschönes Vogelnest auf der Rolle. Genauso fatale Folgen hat es, wenn die Rolle im nassen Zustand kurz hakt. Hatte ich übrigens bei der gleichen Rolle. Rollenhaken bei einer Lachsflucht? Verabschiede Dich von dem Fisch.
Die Rolle will gefüllt sein.
Welche Schnur? Wann und warum? Schusskopf oder nicht? Sinkend oder schwimmend? Wieviele Wäscheleinen für 70 Dollar hab ich schon gekauft? Hab ich genug Wäsche zum Aufhängen? Warum hatte der Verkäufer ein Lächeln auf den Lippen? Fragen über Fragen...
Ich fang mal beim Backing an, da gibt es kein Rezept.
Scierra Flyline Backing 30lb. / 100yds
War das Einzige von Dreien, das nicht färbte. Wenn das Backing die Fliegenschnur einfärbt, ist das nicht weiter tragisch, aber mich ärgert es ein wenig, wenn die neue 70 Dollar Schnur nach dem ersten Fischen eine andere Farbe hat. Geschmacksache.
Bei den Schnüren sieht das ganz anders aus. Für das Einhandfischen am Mandal benutze ich hauptsächlich zwei Schnüre.
1. Die OPTiStream Float WF-8-F von LOOP.
2. Die XDA ClEAR HEAD Floating/Intermediate von Scierra.
Beide Schnüre haben eine kurze Keule und eine fest verbundene Runningline. Bei der OPTiSTREAM ist die Keule sehr kurz. Die Schnur ist für schnelles Beschleunigen ohne langen Rückschwung konzipiert. Auch für sauberes Abheben und für aus dem Wasser beginnende Würfe optimal. Was mich bei der XDA von Scierra überzeugt hat, ist die durchsichtige Keule. Nun ist das ja nichts Neues, aber bei Scierra hat die durchsichtige Keule keine Seele. Das hat zur Folge, dass diese Schnur nicht, aber absolut nicht krangelt. Die Keule verhält sich wie jede Fliegenschnur. Ich habe mehrere Schnüre getestet, unter anderem die Airflo Solid Polymer Clear Hover oder Orvis Wonderline. Alle durchsichtigen Schnüre krangelten, krangelten extrem bei Kälte. Bei der Scierra hält auch der Nagelknoten perfekt. Ich bin kein Freund von Scierra...aber diese Schnur ist sehr, sehr gut! Marcel Reich-Ranicki würde sagen:"Diese Schnur ist ein Meisterwerk, sie ist ein ganz großes Meisterwerk."