Lachsfischen am Mandalselva in Südnorwegen

Es gibt keine Garantie

Es war acht Uhr morgens und duftete nach frisch gekochtem Kaffee. Mein Freund und ich waren schon ganz aufgeregt, denn unser erster Angeltag lag vor uns und ich schaute aus dem kleinen Fenster unseres Blockhauses.

Wir hatten alle Formalitäten am Vortag erledigt, staatliche Lizenzen gekauft, Lizenzen für den Mandalselva besorgt, das Angelzeug desinfiziert ( Gyrodactylus ) und unseren Hüttenvermieter davon überzeugt, dass wir die Hütte schon bezahlt hatten. Die Quittung hatte ich in Deutschland vergessen.

Durch das kleine Fenster sah ich einen Fliegenfischer, der einen schönen Lachs schulterte. Es war an diesem Morgen schon der zweite Angler mit Lachs über der Schulter und ich dachte laut: „ Hier geht `was“…

Und es ging etwas, von dieser Reise brachte ich zwei Lachse als Andenken mit nach Hause. Seitdem versuche ich jedes Jahr zum Lachsfischen an den Mandalselva zu reisen, denn dieser Fluss hat es in sich. Dieser Fluss ist es absolut wert, vorgestellt zu werden.

Fotos 2005

Fotos 2006

Der Mandalselva schlängelt sich durch eine wunderschöne Landschaft in Vest - Agder und ist auf 47 Kilometern Länge befischbar. Vor ein paar Jahren war der Fluss komplett tot. Der norwegische Staat hat unglaubliche Summen investiert, um das Wasser wieder für die Lachse attraktiv zu machen ( Aufzuchtprogramme, automatische Kalkungsanlagen… ).

Jetzt steigen im Mandalselva wieder Lachse auf, viele Lachse.

Der Mandalselva ist ein Grilse – Fluss, aber es werden immer mehr „Große“ gefangen.

Jeder Angler, der auf Lachs in Norwegen angeln möchte, muss eine Abgabe an den Staat entrichten. Dies ist eine sinnvolle Angelegenheit, denn davon wird jede Krone in das Lachsprojekt gesteckt. An vielen Flüssen besteht die Gefahr von Gyrodactylus, das ist ein kleiner Lachsparasit, der in nur kurzer Zeit einen ganzen Lachstamm ausrotten kann.

Aus diesem Grund muss die komplette Angelausrüstung ( Rute, Rolle, Schnur, Kescher, Wathose, Watschuhe, Watstock …) vor Ort desinfiziert werden. Dafür gibt es an den meisten Kartenverkaufsstellen ein Tauchbad. Ist die Desinfizierung des Gerätes erledigt, bekommt man einen Stempel in die Angelkarte.

Zoneneinteilung

Zone 1

ist 4,7 Kilometer lang und eher ruhig fließend. Das Gewässer ist in dieser Zone auch sehr breit und es gibt Motorbootverkehr. Die Kartenausgabe ist unbegrenzt.

Zone 2

ist 14 Kilometer lang und eher schnell fließend, teilweise reißend. Diese Zone ist in mehrere Strecken aufgeteilt, für die man extra Angelkarten benötigt. Die Kartenausgabe ist begrenzt.

Zone 3

ist 13 Kilometer lang und zum Fliegenfischen bestens geeignet. Diese Zone kann an vielen Stellen bewatet werden und ist zudem noch landschaftlich sehr attraktiv. In dem oberen Abschnitt an der Mjalandbrücke kann man fast immer Lachse springen sehen. Die Kartenausgabe ist unbegrenzt.

Zone 4

ist 16 Kilometer lang und liegt in unberührter Natur. Hier trifft man kaum Menschen. Kartenausgabe unbegrenzt.

Ich befische die Zone 3. Die Lizenzen für die Zone 3 kosten umgerechnet ca. 15 € am Tag, und es darf 24 Stunden lang gefischt werden. Erlaubt sind 5 Fische pro Tag. Die Lachse haben ein Durchschnittsgewicht von 2 Kg.

Fänge 2005

5153 Fische
davon 707 Fische zwischen 3 und 7 Kg
67 Fische über 7 Kg !

Beste Zeit ist Juli, August und September.

Sie sind da, sie springen vor den Stiefeln, aber es gibt keine Garantie!

Fotos und Informationen

aber...

...Achtung! Lachsfischen macht süchtig und kann Magersucht auf Deinem Bankkonto auslösen!

Norwegian Salmon Association